Letters Mai 16, 2008
Posted by Viktoria in Lesenswert?.Tags: Gesellschaft, Moral, Prostitution, Sex, Sexualität, Susannah Breslin, Working Girls
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Ich bin ja eine Frau, die sich sehr für das Schicksal anderer Menschen interessiert, auch für andere Formen, zu leben. Auch, wenn ich einiges nicht nachvollziehen kann, so bin ich doch immer offen dafür, es mir erklären zu lassen.
Das Leben einer Prostituierten gehört beispielsweise zu den Dingen, die mir sehrwohl interessant erscheinen, mich gleichzeitig abschrecken, im Großen und ganzen aber doch irgendwie so außergewöhnlich ist, dass ich geneigt bin, mir persönliche Erfahrungen in diesem Beruf, durchzulesen.
So kam es mir garnicht ungelegen, dass ich letzens im Genderblog über die “Letters from Working Girls” gestoßen bin. Die US-Amerikanische Journalistin Susannah Breslin hat dieses Online-Projekt ins Leben gerufen, welches eben aus Briefen besteht, in denen Prostituierte ihren beruflichen Werdegang beschreiben, aussprechen, was die Prostitution ihnen bedeutet, und wie sie über ihre Kunden denken.
Jeder Bericht ist für sich anders, für sich interessant. Kritikpunkt ist in meinen Augen allerdings, dass - zumindest in den Berichten, die ich bisher gelesen habe - die Schilderungen durchweg positiv sind.
Einerseits hat dies für sich, dass eben gezeigt wird, dass Prostitution nicht zwangsläufig mit Gewalt, Erniedrigung und Misogynie zu tun hat, es wird somit mit dem Bild der Prostituierten als wahlloses Opfer aufgeräumt, es zeigt Frauen, die hinter ihrem Beruf stehen, dieses zum Teil sogar als Berufung sehen und in keinster Weise über ihren Werdegang beschämt sind. Nein, im Gegenteil sogar stolz darauf sind. “Non, je ne regrette rien” um Edith Piaf zu zitieren.
Einseitigkeit ist jedoch nicht mein Ding. Genau so wie es einseitig ist, immer nur darauf zu pochen, dass Frauen weltweit zur Prostitution gezwungen werden, dass Prostitution schlichtweg frauenverachtend ist, so finde ich es genau so schwierig ein fast schon idealisierendes, gerade zu romantisiertes Bild des Geschäfts mit der Sexualität, wieder zu geben. Ich fände es gut, neben den ganzen positiven Erfahrungen (es freut mich, dass es auch solche gibt!), auch negative zu lesen, denn die “Letters from Working Girls”, die da einzusehen sind, sind fast schon zu schön um wahr zu sein.
Abrundend jedoch finde ich die Tatsache, dass auch die andere Seite der Prostitution beleucht wird, nämlich die Kunden. Ja, auch die “Johns” dürfen sich zu Wort melden, so gibt es das Parallelprojekt “Letters from Johns”, in die ich allerdings noch nicht reingeschaut habe. In meinen Auge jedoch auch eine interessante Perspektive, die ebenfalls mit einigen Klischees aufräumen kann.
Eure Viktoria
Die Heulboje is wech Mai 16, 2008
Posted by Viktoria in Frau über Frauen, Mad World.Tags: Germanys Next Topmodel, Gisele, GNTM, Heidi Klum, Pro7, Topmodel
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In meinem grenzdebilen Zustand, in dem ich mich gestern abend nach reichlichem Saufen, Feiern und vor allem Tanzen am Mittwoch abend befand, hatte ich mit den restlichen Neuronen nichts besseres anzufangen, als ihnen, in selbstzerstörerischer Manier, “Germany’ Next Topmodel” vorzusetzen. Ich gebe zu, dass mich solch primitives Abendprogramm schonmal belustigt, somit ist es auch nicht das erste mal, dass ich reinschaute. Für gestern habe ich aber zumindest eine Ausrede…
In den vorangegangenen Abenden ist mir schon eines der Mädchen besonders aufgefallen. Dieses Mädchen stach hervor, durch eine ziemlich weinerliche Stimme, dadurch dass sie beim reden nicht die Zähne außeinander bekam und alles im allen ziemlich nah am Wasser gebaut war und einen gewissen Prinzesschen-Status gewohnt zu sein schien. Dieses Mädchen nannte sich Gisele. Im Gefühl habe ich auch, dass Gisele auffällig häufig zu Wort kam und allgemein das Leben in der Topmodel-WG aufzumischen schien. Erinnern kann ich mich besonders gut an das Schabenproblem in Sidney. Spätestens da fing dieses Mädchen an, mir gehörig auf die Nerven zu gehen.
Nun gut, endlich ist jetzt Schicht im Schacht, eine Tatsache, die seit unzähligen Wochen längst überflüssig ist, denn das Mädchen ist im wahrsten Sinne des Wortes noch ein Mädchen und keine Frau, sie verhält sich wie ein Kind und wäre mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht in der Lage dem Leben eines “Topmodels” stand zu halten.
Dass für diese Entscheidung allerdings notwendig ist, 11kg zu zu nehmen, ist eher traurig. Also Giseles Figurproblem ist in meinen Augen im Anbetracht all der kleinen Eigenheiten, die Giseles Auftreten prägen, das kleinste Übel.
Gejubelt habe ich gestern, als die Entscheidung fiel, denn es war wirklich schon extrem überfällig und traurig bin ich darüber kein Stück. Traurig finde ich eher, wie man als junge Erwachsene, denn Gisele ist schon über 20, noch so unselbstständig, verwöhnt und undiszipliniert sein kann, kurz um: kindisch. Auch die Tatsache, dass das Mädchen überall angeeckt ist, ist für mich sensibles und mitfühlendes Wesen recht dramatisch. Aber vollkommen nachvollziehbar. Denn die Integration in eine Gruppe beginnt beim Einzelnen und seinem Verhalten den anderen der Gruppe gegenüber.
Und es ist einfach eine Tatsache, dass Gisele sich immer extem fiel rausgenommen hat, äußerst nervtötend war und sich aufführte, wie die Prinzessin auf der Erbse. Ich kann sowas ja ab! Wenn man in so ein Business einsteigt, muss man sich doch wohl darauf gefasst machen, dass es auch mal Dinge gibt, die man so eigentlich nicht machen würde. Klar, man muss nicht alles mitmachen, man sollte sich nicht selbst aufgeben, sollte sich selbst treu bleiben, aber über den eigenen Schatten springen, den Träger rutschen lassen, ist doch wohl nicht zu viel verlangt!
Soviel meine Meinung zu Giseles Ausscheiden am gestrigen abend.
Klappe die 4te: Mündlich - Deutsch Mai 14, 2008
Posted by Viktoria in Abitur.Tags: Abitur, Deutsch, Finale, Lyrik, Prüfung, Rilke
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Puh, geschaft!
So, nun bin ich mit dem Abitur zumindest für die nächsten zwei Wochen durch, bis ich weiß, ob ich in eine Nachprüfung muss. Wie man meinen Posts weiter unten entnehmen kann, war ich mordsmäßig nervös, was mich auch in der Vorbereitungszeit etwa kirre gemacht hat: Meine Hand zitterte vortwährend… Aber egal, es ist vorbei und meine Note habe ich auch schon!
14 Punkte!!!!
Sehr erfreulich, wie ich zugeben muss war das aber auch mein angestrebtes Ziel, welches dann an meiner Nervösität maßgeblich schuld war. Hätte ich mir weniger vorgenommen, wäre ich jetzt noch glücklicher und vorher entspannter gewesen.
Aber so ist auch gut, ich will mich nicht beklagen! Die Paukerei hat sich ja gelohnt!
Eure Viktoria
Warterei… Mai 14, 2008
Posted by Viktoria in Abitur, Wundertüte.Tags: Abitur, Deutsch, Nervösität, Prüfung, Stress, Wahnsinn, Warten
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Ich glaub ich werd wahnsinnig…
Ja, ich dreh gleich am Rad…
Immer dieses warten…
Erst um 14h muss ich in der Schule sein, zur Mündlichen…
Ich bin nervös…
Sehr nervös…
… und habe Kopfschmerzen…
Kann das ganze nicht bald zuende sein?
I’m so excited… Mai 13, 2008
Posted by Viktoria in Abitur.Tags: Abitur, Deutsch, Homo Faber, Lernen, mündliche Prüfung, Note
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Seit mehreren Nächten plagen mich schon Träume, die in Verbindung mit meiner morgigen mündlichen Prüfung im Fach Deutsch stehen. Es ist meine erste mündliche Prüfung, wohl gemerkt. Ja, in den letzten beiden Nächten habe ich in etwa jedes Horrorszenario durchgespielt, welches mit einen Strich durch die Rechnung machen könnte. Einen Strich durch meinen Notenschnitt. Das Problem an der ganzen Sache ist nämlich das, dass ich mir Druck mache, mindestens mit 12 Punkten abschneiden zu wollen. Ich möchte mit dem Abitur nicht allzu sehr von meinem Schnitt von 2,0 abweichen, den ich vor den Prüfungne hatte. Ätzend, wenn man auf den letzten Drücker nochmal ehrgeizig wird. Schließlich habe ich mich praktisch 13 Jahre lang recht wenig um meine Leistungen gekümmert, nicht gelernt, keine Hausaufgaben gemacht und einfach mit minimalem Aufwand das maximale raus geholt. Nur in Mathe und anderen Naturwissenschaften, habe ich mich wirklich angestrengt, um zu bestehen.
Und nun plage ich mich damit rum, dass die mündliche Prüfung der Hit werden muss… ich bin mal sehr gespannt auf das, was mich morgen erwarten wird und hab einfach nur ein klein wenig Schiss. Vieleicht ist ein klein wenig auch ein klein wenig untertrieben, aber irgendwie muss ich mir ja Mut zusprechen.
Gerade kämpfe ich mich durch die letzten Seiten meiner Pflichtlektüre “Homo Faber” von Max Frisch, die auch Inhalt meiner Prüfung werden kann und hoffe, dass morgen alles gut wird.
Eure Viktoria
Weibliche Sexualität - ein Rundumschlag Mai 12, 2008
Posted by Viktoria in Frau über Frauen.Tags: Beverly Whipple, Frau, Masturbation, Orgasmus, Sexualität, weibliche Sexualität
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Vorhin wurde ich über einen Artikel der Mädchenmannschaftauf ein Interview mit der Sexualforscherin Dr. Beverly Whipple aufmerksam gemacht. Dieses ist auf der Internetseite der “Emotion” nachzulesen.
Möglicherweise ist es nichts wirklich weltbewegendes, dennoch erscheint es mir relevant zu sein, wenn es, wie hier nachzulesen offenbar doch ein großes Thema ist… auch wenn die Herangehensweise, die Dr. Whipple empfiehlt weitaus professioneller ist, als in der Bild thematisiert. Wen wundert’s?
Ich bin jedenfalls davon überzeugt, dass nicht in dem Maße, in der Offenheit über die weibliche Sexualität parliert wird, wies es eigentlich nötig wäre, um mit gewissen Mythifizierungen mal aufzuräumen. Alleine die Tatsache, dass G-Punkte verleugnet werden, weibliche Ejakulationen in einen Bereich, der dem der Einhörner und Zentauren in nichts nachsteht, geschoben werden, spricht schon für sich.
In diesem Zusammenhang, und um die Aufklärung voran zu treiben, möchte ich an dieser Stelle doch noch mal das Augenmerk auf eine 1976 von Share Hite durchgeführte Studie richten, welche sich mit dem Masturbationsverhalten von Frauen auseinander setzte. Von meinem Standpunkt aus sehr lesenswert, da Licht auf ein in der Gesellschaft weitestgehend ausgespartes, taburisiertes Thema gerichtet wird und es einfach beeindruckend ist, die Vielfalt an Vorlieben zu erlesen, die Frauen in diesem Zusammenhang doch haben. Gerade aufgrund dieser Vielfalt verdeutlicht die Studie, wie wichtig es ist, sich in einer geteilten sexuellen Beziehung, dem Partner mitzuteilen.
Auch für Männer kann es nicht schaden, da mal einen Blick drauf zu werfen. ![]()
Die Qual der Wahl Mai 4, 2008
Posted by Viktoria in Mad World, Wundertüte.Tags: Entscheidung, Essen, Kleidung, Konsum, Möglichkeiten, Studium, Verwirklichung, Wahl, Zwang
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Ich könnte mich jedes Mal in den Hintern beißen und doch gerate ich immer und immer wieder in die selbe Situation:
Ich muss mich entscheiden und kann es einfach nicht!
Heute ging es darum, welchen Eisbecher ich bestelle: Amaretto oder Erdbeere. Erst habe ich den Amarettobecher bestellt und bin dann doch wieder dem Kellner hinterher gerannt, um doch den Erdbeerbecher zu nehmen. Hinzu zu fügen ist allerdings, dass ich immer den Erdbeerbecher nehme. Also zunächst quäle ich mich mit der Vielzahl der Optionen rum, um anschließend doch immer das Altbewährte zu nehmen. Bei der Pizza ist es das selbe. Obwohl ich letztendlich immer bei der Pizza Hawaii hängen bleibe, schwanke ich doch, überlege mir, ob eine Spinaci nicht auch mal was feines wäre, um diesen Gedanken nach einem mühseligen Entscheidungskampf doch wieder zu verwerfen.
Bis ich mich für mein Studienfach entschieden habe - die Entscheidung kaufe ich selber und alle in meinem Umfeld erst dann ab, wenn ich mich auch wirklich eingeschrieben habe - hatte ich auch so quasi alles durch. Ins Rennen gestiegen bin ich mit Wirtschaftspsychologie. Weiter ging es dann mit Kulturen und Gesellschaften Asiens über Pädagogik und Religionswissenschaften bis hin zu Anthropologie und Ethnologie. Und nun bin ich bei den Sozialwissenschaften. Hinzu zu fügen wäre hier noch, dass dieser Schwank über praktisch alle Fachbereiche der Geistes- und Humanwissenschafen - außer Geschichte (hey, warum eigentlich nicht?) - innerhalb des letzten Jahres stattgefunden hat. Ein Glück, dass mein Talent nicht noch breiter gestreut ist, so dass ich zumindest die Naturwissenschaften großflächig ausklammern kann. (more…)
Orgasmusstörungen gebildeter Frauen April 29, 2008
Posted by Viktoria in Mad World, Oversexed!.Tags: Abitur, Bild, Bildung, Orgasmus, Orgasmusstörungen, Sex
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… oder “dumm fickt besser”
Die wissenschaftliche Arbeit der Bild ist natürlich immer etwas überaus repräsentatives. Und überhaupt - sie illustriert die deutsche Gesellschaft perfekt. Ich bin froh, dass die Wahrheit nun schon seit 1952 eine wahrhaft mutige gefunden hat, die sie ausspricht.
Bildung ist für Frauen ein Orgasmus-Killer
Ihre Liebste hat Abitur oder sogar studiert? Schön – aber ist sie auch gut im Bett? Laut Statistik haben gebildete Frauen häufiger Orgasmusprobleme als andere.
Mehr als 2000 Frauen beteiligten sich an einer Umfrage des Internetportals „beQueen“. Ergebnis der intimen Geständnisse: Je gebildeter SIE ist, desto schwieriger kommt sie zum Höhepunkt.
In Zahlen: 62 Prozent der 18- bis 49-Jährigen mit Abitur oder Hochschulabschluss tun sich schwer beim Kommen. Dagegen räumten nur 38 Prozent der Frauen mit Mittlerer Reife oder Hauptschulabschluss Schwierigkeiten im Bett ein.
Doch keine sollte die Hoffnung aufgeben. Die Mehrheit (82 Prozent) ist überzeugt, dass man die Kunst des Kommens durchaus lernen kann. Zum Beispiel durch Gespräche mit dem Partner (68 Prozent) oder Selbstbefriedigung (63 Prozent).
Quelle: Gebildete Frauen haben öfter Orgasmusprobleme
Mensch, was bin ich erleichtert, dass die Bild nun endlich auch für mich eine Lanze gebrochen hat. Ich plädiere für einen Orgasmus-TÜV ab Bildungsklasse Fachabitur! Es kann ja nicht sein, dass naive Männer auf unseren Bildungsstand reinfallen und nachher von unserer Komm-Fähigkeit (oder eben Unfähigkeit) verunsichert werden.
Lieber vorher, mit Blick auf den Prüfsiegel abchecken, ob wir auch wirklich “gut im Bett” sind!
Sekrete und Sexualität April 28, 2008
Posted by Viktoria in Frau über Frauen, Jugendliche, Lesenswert?, Oversexed!.Tags: Charlotte Roche, Feuchtgebiete, Frau, Geruch, Körperflüssigkeiten, Roche, Sekrete, Sex, Sexualität
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Auch ich habe es nun endlich einmal geschafft, “Feuchtgebiete” von Charlotte Roche zu lesen. Nach allem, was man über dieses Buch gehört hat, habe ich es beinahe als Pflicht wahrgenommen. Ich war äußerst neugierig auf die Schweinereien, die mich erwarten würden, darauf, wie ich selbst auf dieses Werk reagieren würde.
Und? Den Hype um dieses Werk, kann ich nicht so ganz nachvollziehen. Wenn man mal von Helens Hobbys absieht, die die Verbreitung und Aufnahme von Bakterien mit einschließen, fand ich das alles wirklich nicht besonders wild. Einiges kam mir doch erstaunlich bekannt vor. Dinge, über die ich gewiss nicht reden werde, die allerdings in meinen Augen alles andere als furchtbar ekelerregend sind.
Was ich somit wesentlich schockierender finde, als das Buch mit seiner Helen, das sind die Reaktionen, die es ausgelöst hat. Jene zeigt mir doch sehr deutlich, wie verdammt verklemmt unsere hightech- und pornofixierte Welt eigentlich ist. Sie erinnern mich daran, wie man als Kinder, wenn man in einer Gruppe gepupst hat, immer den anderen unterstellte, sie wären es gewesen - selber lässt man natürlich nie seinen Blähungen freien Lauf. Schon garnicht als Mädchen.
Nein, Mädchen furzen nicht, saubere Mädchen produzieren keine Vaginalsekrete - wissen schonmal garnicht, wie diese schmecken (pfui!, bäh!), masturbieren nicht und haben keinerlei eigenen Körpergeruch zu verströhmen. Unsere Körper sind auf Pflegeprodukte genormt. Schon von Kindheit an, ab der Pubertät erst recht!
Wir Frauen sind die haar- und geruchslosen, sterilen und hyperhygienischen, furzfreien Übermenschen, Göttinnen in Pastelltönen, wir sind
himmlisch riechende Frauen, heilige Frauen, die nach Efeu duften
um es in F.J. Wagners Worten zu sagen.
Es hat den Anschein, dass Männer, aber auch Frauen es lieber hätten, weibliche Sexualität würde in gummipuppenhafter Weise, nämlich frei jeglicher Sekretabsonderung (mit Eigengeruch!), ablaufen. In meinen Augen ist das doch eine ziemlich verzerrte Vorstellung von Sexualität. Die Aufregung, die “Feuchtgebiete” allerdings verursacht, legt ein solches Bild allerdings ziemlich nahe. (more…)
I have a Dream too… April 22, 2008
Posted by Viktoria in Frau über Frauen.Tags: Angst, Feiern, Frau, Mütter, Sorgen, Vergewaltigung, Vorsicht
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Während Martin Luther King vor 40 Jahren noch den Traum hegte, dass eines Tages die Rassenunterschiede aufgehoben sein würden, so habe auch ich einen Traum. Nämlich den, dass auch ich eines Tages nachts von einer Party nach hause kommen kann, alleine, ohne Gefahr zu laufen, dass mir an der nächsten Ecke etwas geschieht, weil ich eine Frau bin.
Früher war ich nur genervt, wenn meine Mutter beinahe Tränen in den Augen hatte, als sie mich an der Tür verabschiedete. „Ten cuidado!“ (zu Deutsch: „Sei vorsichtig!“) waren zwar schon immer ihre Lieblingsworte, sobald ich das Haus verließ, aber besonders seitdem ich auch abends mal was Trinken gehe, Party mache und meinen Freitagabend genieße, verfolgen sie mich. Mittlerweile bin ich nicht mehr genervt. Denn ganz ehrlich: Ich muss gestehen, dass ich mir genau so auch Sorgen um sie mache, wenn sie Abends mal mit Freundinnen weg geht. Und ich kann mir auch vorstellen, wie es sein muss, wenn man selbst eine Tochter hat, die in einem Alter ist, in dem das Nachtleben des Großstadtdschungels da ist, erkundet zu werden.
Hier jedoch liegt der Haken. Mir war schon früh klar, dass ich „ten cuidado!“ von meiner Mutter nur halb so oft zu hören bekommen hätte, wenn ich als Junge geboren wäre. Was das Erkämpfen von Freiheiten angeht, so hätte ein junger Viktor (ich hoffe meine Eltern hätten sich dann einen anderen Namen einfallen lassen!) nicht so viel für seine Rechte einstehen müssen, wie die junge Viktoria es tun musste, die es letztlich geworden ist. (more…)
