Die liebe Mädchenmannschaft hat mich heute einmal wieder dazu gebracht, über einige Dinge nachzudenken. Mich einerseits in meine frühe Jugend zurück zu versetzen und andererseits den Fokus erneut auf ein großes Land jenseits des großen Teiches zu richten. Somit werde ich nun zwei Artikel zum gleichen Thema schreiben. Hat auch mal was.
Kann sich noch jemand an den Sexualkundeunterricht im Laufe seiner Schulzeit erinnern?
Ich schon. Im Großen und Ganzen wurde ich im Laufe meiner Schulzeit 3 mal aufgeklärt. Es begann in der Grundschule, in der 4. Klasse. Uns wurde graphisch gezeigt, wie unser eigener Körper aussieht, die inneren und äußeren Geschlechtsorgane heißen und funktionieren und uns wurde mitgeteilt, wie man Kinder zeugt, und wie man sich da gegen schützt. Ich glaube, uns wurde sogar die Funktion von Kondomen deutlich gemacht. Ja, wir waren alle 9 oder 10 Jahre alt. In Anbetracht aber der Tatsache, dass das Viertel, in welchem ich groß geworden bin, nicht das beste war, in Anbetracht der Tatsache, dass es bei uns doch einige Kinder gab, die in ihrem Leben schon des öfteren zumindest mit Pornographie in Kontakt geraten waren, halte ich die sexuelle Aufklärung, die ich schon während der Grundschulzeit erfahren habe, nicht für verfrüht. Wir hatten reichlich Anschauungsmaterial und Aufklärungsbücher zur Hand und wurden auch darauf aufmerksam gemacht, was es mit sexuellem Missbrauch und Vergewaltigung auf sich hat.
Das zweite Mal aufgeklärt – im Rahmen der Schule – wurde ich in der 6. Klasse. Im Großen und Ganzen gab es im Verlauf des Unterrichts keinen Unterschied zur Grundschule, alles was dran kam wusste ich zumindest schon, neu war nur, dass wir detailierter auf den Prozess während einer Schwangerschaft ein gingen und wirklich präventiv war der Unterricht auch nicht. Aber was solls. Mein Gymnasium lag auch in einer wohl behüteten Gegend und allgemein ist es wohl ein Unterschied, wie die Sexualkunde bei uns von Schulform zu Schulform ausfällt.
Das dritte Mal war in der 9. Klasse bei einer schrecklich versoffenen Lehrerin. Es war pure Langeweile und eigentlich bestand die Sexualkunde aus den Mendelschen Regeln. Wir haben 3 Monate lang über die Kreuzung von Erbsen gesprochen und den Rest der Zeit ging es um Sexualkrankheiten, die ganz toll illustriert wurden. Mich graust es noch immer.
Aber spätestens mit 15 dann wussten alle, woher die Babys kommen, und wie man verhindert, welche in die Welt zu setzen.
In den USA schaut dies anders aus. Dank der Abstinenz-Kampagne. Wer mehr hierzu lesen will, der wechsel bitte in den Anderen Artikel: Abschreckung statt Aufklärung Weiterlesen »
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