Hausfrauenstreik

Dass es im Fernseher nicht auf Qualität ankommt, ist schon lange kein Novum mehr. Auch ist RTL2 nicht der einzige Sender, bei dem dieses Phänomen dominiert. Zwar sind „Big Brother“, „Frauentausch“ etc. sehr gute Gründe, sich des Fernsehers zu entledigen, doch gab es ja früher noch die Hoffnung, man könne auch auf andere Sender umdisponieren.

Doch nun gibt es einen neuen Schmu aus dem Hause RTL. Die Sendung nennt sich „Hausfrauenstreik“. Inhalt dieses unglaublichen Formats ist es, dass die Frau des Hauses, bzw. Sklavin des Hausherrn und der werten Kinder die Schnauze voll hat, Putze zu spielen, zum Äußersten greift und von RTL einen Wellnessurlaub spendiert bekommt. Zum Ausgleich macht eine Hauswirtschafterin den Haushalt unsicher und zeigt dem Mann und den Kindern mal so richtig, wo es lang geht. Was Hausmama einfach versäumt hat.

Ich hab es mir vorletzten Sonntag mal angetan und war doch recht entsetzt darüber, dass so eine Sendung Platz im Fernsehprogramm findet. Dies zeigt jedoch auch, dass „Hausfrauenstreik“ irgendwie gefragt ist. Was ja im Grunde noch viel, viel schlimmer ist.

Was sind das denn noch für Zustände, in denen eine Arbeitsteilung keine Selbstverständlichkeit ist? Hausarbeit macht ja wohl keinem Spaß, aber ab einem gewissen Alter muss man sich auch als Kind damit abfinden, dass es in der kleinen Gemeinschaft namens Familie auch verpflichtende Aufgaben gibt. In einer Beziehung sollte dies sowieso klar sein.

Es ist einfach nur peinlich, dass sowas im Fernsehen läuft. Peinlich, wie „Frauentausch“, „Big Brother“, „Super Nanny“, „Lebe Deinen Traum“ und ähnliches auch.

- Eure Viktoria

2 Antworten

  1. Peinlich ist das allemal lol. Ich kenne dieses Show-Format nicht und habe nicht schlecht gestaunt, als du jetzt geschrieben hast was „Hausfrauenstreik“ ist. A

    Wenn du Digital-Fernsehen hast, dann kannst du solchen unsinnigen Shows einfach ausweichen und trotzdem TV schauen. Es gibt wirklich noch tolle Sender, mit Filmen, Reportagen etc. das sind halt dann die Öffentlichen… aber die sind ihr Geld schon wert, enn die GEZ nicht so nervig wäre.

  2. [...] fernsehenwar ein Einzelkind und oft alleine, bevor ich in den Kindergarten kam – und auch dann habe ich nachmittags, nach dem Kindergarten bzw. später nach der Schule, mich meist lieber allein für mich beschäftigt. Andere Kinder waren mir oft irgendwie unheimlich, weil sie so anders waren als ich selbst, von ihrem Denken und ihren Interessen her. Ich habe auch im Kindergarten lieber gemalt oder gebastelt, als mit anderen Kindern zu spielen. Und ich habe fürchterlich viel ferngesehen. Mein Vater war unterwegs, um die Firma am Laufen zu halten, meine Mutter hatte zu tun mit Bürokram für den Familienbetrieb, mit Hausarbeit und mit politischer Arbeit in der SPD-Ortsgruppe. Allerdings gab es damals noch kein Privatfernsehen, wir hatten nur drei Programme – ARD, ZDF, WDR. Es gab natürlich schon Werbung, und ich habe viel Werbung gesehen, habe sie aber eher als störende Unterbrechung zwischen den Mainzelmännchen- und Ute-Schnute-Kasimir-Clips empfunden. Dennoch habe ich etwas von der Werbung gelernt: lesen. Meine Großmutter mütterlicherseits hat mir irgenwann mit vier Jahren beigebracht, meinen eigenen Vor- und Nachnamen zu schreiben. Ausgehend von diesen Buchstaben habe ich mir dann anhand der eingeblendeten Slogans, die gleichzeitig auch im gesprochenen Text auftauchten, selbst das Lesen beigebracht. Nachdem ich es erst einmal konnte, habe ich mich über die gesamte populärwissenschaftliche Literatur meiner Eltern hergemacht. Auf diese Weise wußte ich über Tiere, Pflanzen, den menschlichen Körper, die Geschichte unserer Erde und allen möglichen anderen Scheiß schnell mehr zu sagen als alle anderen Kinder, und in der Grundschule habe ich – außer stillsitzen und Mund halten, und auch das eher schlecht, weil ich hyperaktiv war und immer noch bin – nicht viel gelernt. Ach, doch, natürlich: Hübsche, fließende Buchstaben malen anstelle von groben, klobigen Druckbuchstaben, und Rechtschreibung und Zeichensetzung. Ich war immer ein Freak, ich bin es, und ich werde es immer sein. Ich kann kein Vorbild für “normale” Kinder sein, aber ich könnte eins für Freak-Kinder sein, wie ich eins war. Ich kenne auch jüngere Freaks zwischen 15 und 20, die offenbar recht fasziniert von mir sind… [...]

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