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Alte Mütter März 3, 2008

Posted by Viktoria in Frau über Frauen.
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Es gab eine Zeit, da führte es schon zu großen, großen Sorgen, wenn eine Frau zwischen 40 und 45 Jahren, schwanger wurde. Ja, es gab die magische 40er Grenze.

Vorgestern vernahm ich dann im Fernsehn und im Internet die Nachricht, dass Sarah Connors Mutter wieder schwanger sei. Mit 50 noch Zwillinge. Die älteste Mutter Deutschlands hat mit 64 Jahren entbunden, auch erst vor kurzem.

Man muss wohl keinem erzählen, dass solche Schwangerschaften nicht mehr unter natürlichen Umständen zu Stande kommen, sondern ordentlich nachgeholfen werden muss. Mit Hormonen und sogar künstlicher Befruchtung samt Spendereizelle. Leisten kann sich das nicht jede Frau.

Ich habe auf diese Nachrichten ernsthaft sehr befremdet reagiert. Nein, mir will eigentlich so garnicht in den Kopf rein, weshalb eine Frau in diesem Alter noch künstlich Kinder in die Welt setzen muss. Eine solche Schwangerschaft ist mit jede Menge Risiken verbunden. Es können Probleme bei beiden, Mutter und Kind auftreten: Mangelversorgung und genetische Mutationen sind nicht auszuschließen, wahrscheinlicher als bei einer früheren Schwangerschaft.

Hinzu kommen natürlich die Strapazen, nach der Entbindung. Großeltern freuen sich ja immer darüber, sich um ihre Enkel zu kümmern. Das besondere daran ist aber, dass man diese schließlich auch wieder abgeben kann. Ich meine, auch wenn man an sich noch recht rüstig ist, so wird das ja ersteinmal nicht ewig so bleiben, zudem Kinder wirklich anstrengend sein können. Die wollen toben, auf dem Arm sitzen, halten richtig auf Trab.

Und dann müssen sie ja auch noch in die Pubertät kommen! Wer möchte sich mit dem 13en Gör rumplagen, was Tokio Hotel liebt und mit Bill ins Bett hüpfen möchte? Hinzu kommen ja noch die anderen Strapazen, die das Erwachsenwerden mit sich bringen. Und Jugendliche sind meister darin, die Schwächen ihrer Eltern auszuboten. Ich hätte nicht so die Lust darauf, mich mit Ende 60 noch auf Machtspielchen einlassen zu müssen. Ihr etwa?

Ich stelle es mir zudem auch sehr belastend für ein Kind vor, was gerade mal 20 Jahre alt ist und sieht, wie die Eltern immer näher an das durchschnittliche Sterbealter herankommen. Oder die Eltern sonstwie langsam aber sicher aus dem Leben scheiden. Dement werden oder einer anderen Krankheit unterliegen, die sie langsam aber stetig verändert, aus dem Leben holt.

20 werde ich dieses Jahr. Ich bin froh, dass meine Eltern gerade mal 43 und nicht schon 70 werden. Ich bin froh, dass ich die Belastung alterskranker Eltern wohl erst erleben werde, wenn ich selbst schon 50 bin, nicht jetzt. Und somit finde ich es sehr egoistisch und nicht weit gedacht, wenn man sich jenseits der 45 noch für Kinder entscheidet. Mit 20 hat man andere, nicht minder wichtige Dinge zu tun. Man tritt aus dem Jugendalter aus, hinein in die Gesellschaft, wie sie wirklich ist, macht eine Ausbildung, tritt vielleicht schon in den Beruf ein oder beginnt ein Studium. Alles Angelegenheiten, die für sich schon einiges an Energie erfordern. Bei denen Eltern aufgrund ihrer eigenen Erfahrung, unterstützend zur Seite stehen können. Aber nur, wenn sie selbst noch gesund sind, und nicht zur Belastung werden. (Was nicht heißt, dass alte Menschen generell eine Belastung sind, oder den Alterungsprozess sonstwie abwerten soll. Ich meine nur, dass dies keine Problematiken sind, mit denen sich junge Erwachsene beschäftigen sollten.)

Jedoch gibt es einen weiteren Faktor, der von vielen Frauen oft angeprangert wird: alte Männer können auch im hohen Alter noch Kinder kriegen. Diese werden noch nicht einmal dafür schräg angesehen, auch nicht belächelt. Ich kann verstehen, dass diese vermeindliche Ungerechtigkeit für Unmut sorgt. Jedoch ist in so einem Fall die Mutter noch wesentlich jünger, sodass das Kind im jungen Erwachsenenalter nicht beide Eltern pflegen muss. Zudem ist der weibliche Körper für so späte Schwangerschaften nicht ausgelegt. Ich halte es für kindisch, immer alles mit einem “der Mann darf das aber auch!” zu rechtfertigen. Das mag zwar in anderen Situationen des Lebens in Ordnung sein - wenn Frau in einer Männerdomäne beruflich Fuß fassen will, aber im Fall der späten Schwangerschaften, sollte doch eindeutig das Wohl des Kindes im Vordergrund stehen. Und dieses ist mit 50 + leider nicht mehr wirklich gewährleistet.

Andererseits gibt mir die Entwicklung die Hoffnung, dass es bald auch nicht mehr zu spät ist, mit 43 noch ein Kind zu kriegen. Zwar wollte ich eigentlich immer, wie meine Eltern, früh eine Familie gründen, doch ist dies heutzutage wirklich nicht mehr einfach. Leider. Doch kann es in meinen Augen nicht schlecht sein, sich ersteinmal ein festes Standbein aufzubauen.

Somit kann das Modell Kind + Karriere weiter ausgepfeilt werden.

Die Variante: Im Rentenalter nochmal (oder zum ersten Mal) Mama werden, halte ich allerdings für ungesund. Es zeigt auf, dass die Gesellschaft ungesund ist. Wenn dieser Trend irgendwann mal zur Normalität wird, sollte man unser Gesellschaftskonzept nocheinmal überdenken. Und zwar gründlich. Spätestens dann.

- Eure Viktoria

Kommentare»

1. Fav - März 3, 2008

Heyho!
Den Teil mit den älteren Vätern kann ich so nicht ganz unterstützen. Durch die Medien geistern immer wieder alte Männer, welche plötzlich - ja, meist mit erheblich jüngeren Damen - ein Kind zeugen. Spontan kann ich mich nicht daran erinnern, irgendjemanden jubeln gehört zu haben. Im Gegenteil - sie werden belächelt, es wird ihnen Jugendwahn etc. unterstellt.
Von der gesellschaftlichen Seite her habe ich bisher beobachten können, das ältere Mütter weniger als Witzfigur sondern lediglich als bedenklich bzgl. der von Dir angesprochenen Gründe betrachtet werden. Da hatten es die Herren doch etwas schwerer. ;)

Die Mutter einer Freundin hat eben diese auch erst mit Mitte/ Ende 40 bekommen - ich bin es also aus dem engen Umkreis gewohnt. Ein wenig befremdlich ist es schon, aber man merkte es den Eltern auch einfach nicht an.

2. Viktoria - März 3, 2008

Hi Fav!

Also der Vater von einer Freundin, hat sie mit 60 Jahren gezeugt. Er ist dafür nicht belächelt worden. Seine Frau war 20 Jahre jünger.
Auch Leute wie Julio Iglesias oder Pablo Picasso sind im Alter noch Vater geworden. Davon abgesehen, dass ersterer sowieso belächelt wird, ist das bei Picasso, dem ollen Charmeur eher weniger der Fall gewesen. ;)

Du hast wohl recht, einige werden bestimmt belächelt. Aber dennoch denke ich, dass alte Mütter da wohl eher mit mehr Problemen konfrontiert werden.

Jedenfalls halte ich es nicht für sinnig, jenseits der 45 oder 47 nochmal schwanger zu werden. Ob die Männer länger potent sind, oder nicht.

Mit den Eltern Deiner Freundin: es kann natürlich auch sein, dass Kinder im Alter jung halten! Jedoch spielen da gewiss noch andere Faktoren eine Rolle, sodass man sich darauf allein wohl eher nicht verlassen kann.

Deine Viktoria

3. Fetzenweib - April 1, 2008

Ganz so schlimm finde ich das jetzt nicht, wenn eine Frau mit 40+ Kinder bekommt.

Es kommt ja letztendlich sowieso auf die Erziehung bzw. auf die “Mutterqualität” an. Da kann ich mir gut vorstellen das eine Frau, die vieles schon gesehen, gehört und gemacht hat - eine Frau mitten im Leben, die sich im Idealfall nichts mehr beweisen muss, die eine gewisse Freiheit lebt - eine gute Mutter sein kann. Vielleicht überfordert sie das Gequängel kein bisschen, weil sie früher schon ganz andere Dinge hören und ertragen musste. Die Kinder werden ja in so eine Situation hineingeboren, wachsen mit dem Alter der Mutter oder der Eltern auf, gewöhnen sich daran so wie sich andere daran gewöhnen das sie ihre Freunde mit ihren Eltern teilen… usw. Von außen, mit einem eigenen Ideal, ist das sehr schwer zu beurteilen und vorallem zu bewerten.
Komplikationen können im Alter vermehrt auftreten - aber auch viele junge Mütter waren nach ärztlicher Meinung nicht für eine Schwangerschaft geeignet und bekamen ihr Kind trotzdem. Diese Mütter solle man meiner Meinung nach genauso wenig als verantwortungslos hinstellen wie die alten Mütter.

Klar, dass was ich über die alte Mutter schrieb ist jetzt auch mehr ein Idealbild, aber doch durchaus möglich und berechtigt.

Persönliche Aufreger - klar dafür habe ich immer Verständnis. Mich persönlich regt es z.B. auf das es hie und da als “chic” gilt Kinder auf die Welt zu setzen - so zu sagen als Statussymbol. Vorallem bei den Stars und Sternchen ist das groß in Mode.

4. Viktoria - April 4, 2008

Hi!

Also ich meinte auch nicht ab 40, sondern eher ab 47 aufwärts. Das ist für mich doch ein großer Unterschied. ;)

Ich möchte es auch nicht verteufeln, es hat auch mit Sicherheit seine Vorteile, wenn man mit mehr Lebenserfahrung an die Sache ran geht. Und ich danke Dir auch für den Aspekt der Stabilität, dass eine Frau in dem Alter eben schon mehr “abbekommen” hat und nicht so empfindlich ist. Das kann schon sein. Darüber habe ich eigentlich noch garnicht nachgedacht.

Dennoch finde ich es bei richtig krassen Altern, wenns dann wirklich schon über 50 ist, dass die Kinder da doch wahrscheinlich zu früh schon mit Gebrechlichkeit der Eltern konfrontiert sind. Das würde ich meinem Kind nicht antun wollen

Deine Viktoria