Orgasmusstörungen gebildeter Frauen

… oder “dumm fickt besser”

Die wissenschaftliche Arbeit der Bild ist natürlich immer etwas überaus repräsentatives. Und überhaupt – sie illustriert die deutsche Gesellschaft perfekt. Ich bin froh, dass die Wahrheit nun schon seit 1952 eine wahrhaft mutige gefunden hat, die sie ausspricht.

Bildung ist für Frauen ein Orgasmus-Killer

Ihre Liebste hat Abitur oder sogar studiert? Schön – aber ist sie auch gut im Bett? Laut Statistik haben gebildete Frauen häufiger Orgasmusprobleme als andere.

Mehr als 2000 Frauen beteiligten sich an einer Umfrage des Internetportals „beQueen“. Ergebnis der intimen Geständnisse: Je gebildeter SIE ist, desto schwieriger kommt sie zum Höhepunkt.

In Zahlen: 62 Prozent der 18- bis 49-Jährigen mit Abitur oder Hochschulabschluss tun sich schwer beim Kommen. Dagegen räumten nur 38 Prozent der Frauen mit Mittlerer Reife oder Hauptschulabschluss Schwierigkeiten im Bett ein.

Doch keine sollte die Hoffnung aufgeben. Die Mehrheit (82 Prozent) ist überzeugt, dass man die Kunst des Kommens durchaus lernen kann. Zum Beispiel durch Gespräche mit dem Partner (68 Prozent) oder Selbstbefriedigung (63 Prozent).

Quelle: Gebildete Frauen haben öfter Orgasmusprobleme

Mensch, was bin ich erleichtert, dass die Bild nun endlich auch für mich eine Lanze gebrochen hat. Ich plädiere für einen Orgasmus-TÜV ab Bildungsklasse Fachabitur! Es kann ja nicht sein, dass naive Männer auf unseren Bildungsstand reinfallen und nachher von unserer Komm-Fähigkeit (oder eben Unfähigkeit) verunsichert werden.
Lieber vorher, mit Blick auf den Prüfsiegel abchecken, ob wir auch wirklich “gut im Bett” sind!

10 Antworten

  1. Erstens: Sind 2.000 Befragte eine repräsentative Gruppe? Zudem sind sie alles Leute, die schonmal auf der beQueen-Seite waren. Ich kenn die Seite ja garnicht, aber vieleicht findet da schon eine Vorsortierung statt und die Orgasmus-Probleme sind bei nicht-beQueen-Besucherinnen anders verteilt…

    Zweiter, eigentlicher Einwand: Eventuell sehen Frauen mit höherem Bildungsstand Dinge als Probleme an, die Frauen, die in “bildungsferneren” Schichten sozialisiert wurden, nicht als Problem erleben.
    Schwierig zu erklären, was ich hier meine. Zudem beruht es auf Vorurteilen. Vieleicht ist alles auch andersrum… Die “Studie” ist jedenfalls nicht ausgereift. So.

  2. Hallo Zuckerkuchen,

    na, da will ich Dir keineswegs widersprechen. Ich finde es nur immer wieder prickelnd, was für Sachen, Bild.de auf den Tisch haut, als bahre Münze verkauft, und welche Message damit verbunden ist:

    “Bildung ist für Frauen ein Orgasmus-Killer”

    da hackt es doch wohl? Ich finde, eine solche Schlussfolgerung legt doch eigentlich nahe, dass Frauen sich lieber anderen Dingen verschreiben sollten, als einem Studium. Das geht schließlich auf die Libido.

    Andererseits fühlen sich dann Frauen mit geringerem Bildungsstand möglicherweise besser, weil sie ja – in eigenen Worten von Bild.de: “gut im Bett” sind.

    Ich denke, dass Du mit Deiner Einschätzung auch Recht haben könntest.

    Zudem kann ich mir auch vorstellen, dass vielleicht einfach viele bildungsferne Frauen schlichtweg gesagt haben, immer Orgasmen zu bekommen, um nicht wie frigide darzustehen. Ist auch möglich.

    Nichts desto trotz kann ich mich über solche Hammer immer ein wenig aufregen. ;)

    Deine Viktoria

  3. Bissle Eigenwerbung betreiben mit Calos Mencia
    http://www.literaturasyl.de/?p=393
    Scheint ja dann so, als hätte sich ein Körnchen Wahrheit irgendwo versteckt :P

    Gruß

    AMUNO

  4. [...] Woche in einem Kommentar bei der Mädchenmannschaft hingewiesen, und Viktoria hat das hier und hier schon aufgespießt: Nun ja, vielleicht sollten wir den Männern wieder die Hochschule überlassen [...]

  5. [...] ist es nichts wirklich weltbewegendes, dennoch erscheint es mir relevant zu sein, wenn es, wie hier nachzulesen offenbar doch ein großes Thema ist… auch wenn die Herangehensweise, die Dr. [...]

  6. Ich habe gerade die gegenteilige Erfahrung gemacht.
    Aus Macho-Sicht dürfte das Vorurteil zutreffen, aber es ist nicht die Realität. Ich möchte sogar sagen, je höher der Bildungsgrad, umso besser ist die Frau in puncto Sexualität.
    Allerdings suchen sich besser gebildete Frauen ihre Partner sorgfältiger aus und andererseits legen zum Beispiel gebildete Frauen in sehr starkem Maße Wert auf orale Praktiken (Cunnilingus/Anilingus) und das ist weniger Sache für Machos. Und dann erwarten diese Frauen auch Ausdauer, Einfühlungsvermögen und Geduld.
    Mit einem kurzen Coitus können diese Frauen gar nichts anfangen und darum stehen diese Frauen im offenen Widerspruch zu den meisten männlichen Sexualphantasien.
    Und hinzu kommt natürlich daß Frauen und Mädchen mit höherer Bildung nicht nur Einfühlungsvermögen, Zärtlichkeit , Ausdauer und Geduld erwarten, sondern sogar mit einer ganz erheblichen Dominanz einfordern.
    De Mann muß sich insoweit unterordnen und auf seine Sexualität ganz oder teilweise verzichten.
    Und der Beweis für diese These ergibt sich daraus, daß nach umfangreichen Untersuchungen feststeht, daß selbst frigide Frauen beim Cunnilingus und Anilingus sehr heftige und langanhaltende Orgasmen bekommen können, sofern es richtig gemacht wird.
    Gebildete Frauen sind mit dem üblichen Sex, den der Durchschnittsmann so abliefert schlichtweg nicht zufrieden und bekommen deshalb keinen Orgasmus.

  7. Intelligente Frauen verlangen auch intelligenten Sex und den bieten eben nur sehr wenige Männer.
    Der übliche One-night-Stand reicht da nicht aus und auf das bißchen
    poppen können intelligente Frauen leicht verzichten.

  8. Mit einem einfühlsamen und intelligenten Partner ist Sex kein Problem.
    Ich stimme da Frederik völlig zu.
    Wenn die Frau nicht nur auf das reine Sexualobjekt reduziert wird, sondern als gleichwertige Persönlichkeit auf gleicher Ebene akzeptiert wird, treten diese Probleme gerade nicht auf.
    Dabei muß dann der Mann auch einmal zugunsten der Frau zurückstecken können.

  9. Also ich weiß, das Sex mit einer intelligenten Frau definitiv inkohärent mit Orgasmusstörungen ist. Und auch andere hier so getätigte Aussagen, wie vermehrte Wertschätzung von oralen Praktiken, können auf gar keinen Fall so verallgemeinert werden. Die Frau mit der ich aktuell meine Erfahrungen machen darf, darf durchaus als sehr intelligent eingestuft werden (Diplom mit 1,1) und ist so weitreichend orientiert, dass nahezu alle Spielarten gespielt werden können, auch solche die hier so vorschnell “abklassifiziert” worden sind. Und wann eine intelligente Frau kommt, das hängt wohl weniger von Ausdauer und Geduld, als mehr von Nähe, Vertrauen, Zärtlichkeit und ja auch dem kleinen ach so unbedeutenden Faktor Liebe ab. Denn wenn das alles stimmt, sind gemeinsame Orgasmen, wenn gewünscht, keine Ausnahme, sondern die Regel. Es ist halt nur eine Frage der gegenseitigen Vertrautheit, ob man weiß wie man den Partner zu verwöhnen hat und was ihm gut tut, und wenn das stimmt, hat man das große Los gezogen. Denn dumm lässt sich sicher gut nehmen, aber wer Spass haben will, der auch auf Gegenseitigkeit beruht, und wo es nur so krachen soll vor schweinischen Dingen, der braucht definitiv eine Frau mit Kopf und mit eigenem Willen.

    In diesem Sinne…

  10. Hey Leute,

    also ich glaube, dass es zum einen etwas sehr individuelles ist, ob Fau kommt oder nicht, jedoch habe ich selber -sowie insbesondere in meinem Freundeskreis – die Erfahrung gemacht, dass es nicht direkt etwas mit dem Bildungsstand zu tun hat. Meiner Erfahrung nach hängt dies einfach mit zweierlei zusammen. Zum einen muss man sich als Frau – um kommen zu können – selbst sexy und wohl in seiner Haut fühlen. Dazu beitragen tun solche Dinge wie Zärtlichkeit, Liebe, Vertrauen etc., jedoch auch die vorherigen Erfahrungen und die Wertschätzung des Selbst, die viel auch mit dem zu tun haben, wie wir erzogen wurden, welche Normen und Werte uns vermittelt wurden, welchen Wert für uns Schönheitsideale spielen und wie sehr wir uns in der Selbstkritik von dem als Ideal suggerierten Aussehen, das uns von den Medien vermittelt wird beeinflussen lassen.
    Insbesondere bei Frauen, die mal ein Problem damit hatten zu kommen, scheint dies eine Hemmung auszulösen, da es im Kopf als ständiges Problem präsent ist und man sich selber unter Druck setzt zu kommen (für einen selber und dem Partner zu liebe). Zweifel kommen auf, warum man nicht kommt und die Schuldzuweisungen beginnen. Dies hat aber auch wieder mit dem zusammen, was uns in der Gesellschaft vermittelt wird, wie alles zu sein hat, wie wir aussehen sollten, wie unser Sex sein sollte etc.
    Des Weiteren sind es andere, uns belastende Probleme, auch Beziehungsprobleme, Dinge, die wir unserem Partner vielleicht auch verschweigen, mit denen wir vielleicht ein größeres Problem haben, als wir es zuzugeben zu wagen, die wir mit uns ins Bett nehmen und die unsere Lust beeinträchtigen.
    Ich habe selbst die Erfahrung gemacht, dass ich bei meinem ersten Partner nicht durch reinen Sex kommen konnte. Um so weniger ich ein Problem mit mir selbst und meinem eigenen Körper hatte und um so weniger ich mich deshalb als “unnormal” und das “Nichtkommen” als Problem gesehen habe, umso besser ging es. Mit einem späteren Lebenspartner hatte ich starke Beziehungsprobleme und habe hin und her überlegt mich von ihm zu trennen. Ich habe über einen längeren Zeitraum hinweg nur mit ihm Sex gehabt um ihn zu befriedigen, habe mich jedoch überhaupt nicht von ihm sexuell angezogen gefühlt und keine Lust empfunden und bin somit auch nicht gekommen. Erst nachdem wir uns ausgesprochen haben und ich ihm alles gesagt habe, was mich beschäftigt und mich stört und wir gemeinsam versucht haben Lösungen zu finden, hat sich dies wieder verändert. Vor nicht all zu langer Zeit bin ich sogar bei einem One-Night Stand gekommen. Mit der Zeit weiß man natürlich auch einfach besser, was einem gefällt, was man braucht und wie der Partner dazu beitragen kann und mit dem nötigen Selbstbewusstsein kann man genau dies beim Sex einbringen. Jedoch gehen für mich Sex und Gefühl Hand in Hand und es ist für mich wichtig, welches Gefühl mir mein (Sex)partner gibt.
    Ich habe mich damals auch mit meinen Freundinnen unterhalten, die aus den unterschiedlichsten Schichten kommen und dort habe ich dieselben Probleme gesehen/ zu hören bekommen. Daher habe ich ihnen geraten stärker ihren Fokus auf sich zu richten und anzufangen sich selbst zu lieben, die Scham abzulegen und daran zu glauben, dass sie attraktiv sind und ihr Partner sie so liebt und attraktiv findet, wie sie sind. Bei den meisten ist es das Problem der Eigenliebe. Meine damals sehr Freundin kam immer sehr gut bei dem anderen Geschlecht an und ich dachte mir immer…naja… ich bin halt intelligent und sie hübsch (ganz nach dem Motto es geht nur eins von Beidem)….dies war ziemlich stupide und heute weiß ich es besser.

    Das muss allerdings Jeder für sich Selbst wissen und Jeder muss seine eigenen Erfahrungen machen…

    Also dann, viel Spaß noch beim Weiterdiskutieren!

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