Die Qual der Wahl Mai 4, 2008
Posted by Viktoria in Mad World, Wundertüte.Tags: Entscheidung, Essen, Kleidung, Konsum, Möglichkeiten, Studium, Verwirklichung, Wahl, Zwang
trackback
Ich könnte mich jedes Mal in den Hintern beißen und doch gerate ich immer und immer wieder in die selbe Situation:
Ich muss mich entscheiden und kann es einfach nicht!
Heute ging es darum, welchen Eisbecher ich bestelle: Amaretto oder Erdbeere. Erst habe ich den Amarettobecher bestellt und bin dann doch wieder dem Kellner hinterher gerannt, um doch den Erdbeerbecher zu nehmen. Hinzu zu fügen ist allerdings, dass ich immer den Erdbeerbecher nehme. Also zunächst quäle ich mich mit der Vielzahl der Optionen rum, um anschließend doch immer das Altbewährte zu nehmen. Bei der Pizza ist es das selbe. Obwohl ich letztendlich immer bei der Pizza Hawaii hängen bleibe, schwanke ich doch, überlege mir, ob eine Spinaci nicht auch mal was feines wäre, um diesen Gedanken nach einem mühseligen Entscheidungskampf doch wieder zu verwerfen.
Bis ich mich für mein Studienfach entschieden habe - die Entscheidung kaufe ich selber und alle in meinem Umfeld erst dann ab, wenn ich mich auch wirklich eingeschrieben habe - hatte ich auch so quasi alles durch. Ins Rennen gestiegen bin ich mit Wirtschaftspsychologie. Weiter ging es dann mit Kulturen und Gesellschaften Asiens über Pädagogik und Religionswissenschaften bis hin zu Anthropologie und Ethnologie. Und nun bin ich bei den Sozialwissenschaften. Hinzu zu fügen wäre hier noch, dass dieser Schwank über praktisch alle Fachbereiche der Geistes- und Humanwissenschafen - außer Geschichte (hey, warum eigentlich nicht?) - innerhalb des letzten Jahres stattgefunden hat. Ein Glück, dass mein Talent nicht noch breiter gestreut ist, so dass ich zumindest die Naturwissenschaften großflächig ausklammern kann.
Es macht mich wirklich wahnsinnig, dass ich mich so schwer damit tue, aus einer Vielzahl von Möglichkeiten eine befriedigende Entscheidung zu treffen. Und eigentlich ist es ein Problem, welches garkeines ist, in Anbetracht der Probleme, mit denen sich so unglaublich viele Menschen weltweit, arrangieren müssen.
Früher war so ziemlich garnichts besser. Und doch birgt die Möglichkeit der Entscheidung, die gleichzeitig auch ein Zwang zur Entscheidung ist, eben diese Problematik. Diese Möglichkeit, dieser Zwang ist noch garnicht so alt. Früher entschieden Stand und Geschlecht, oftmals auch die Tätigkeit der Eltern, wie das eigene Leben gestaltet wurde. Für eigene Entscheidungen blieb sehr wenig Raum innerhalb der gesellschaftlichen Konventionen und auch der Akzeptanz innerhalb der Familie. Selbstverständlich grault es mir vor einer solchen Zeit.
Und doch: Viel zu oft fragt man sich, ob der eingeschlagene Weg denn auch der richtige ist, ob man auch die richtige Investition getätigt hat, oder ob man auch einfach nur seinen Hunger mit dem richtigen Gericht stillt.
Ziemlich schwierig, die Qual der Wahl effektiv einzudämmen. Ich frage mich, wieviele Beratungsbücher zu diesem Thema das Geld in die Kasse bringen.
Vor dem Beratungsbuch steht die Frage, für welches der Bücher du dich entscheiden sollst.
Dein Problem ist mir nicht unbekannt - außerdem kommt bei mir noch eine relativ ausgeprägte “Bewahrermentalität” hinzu. Sprich: Was sich einmal als gut/praktikabel/lecker herausgestellt hat, wird nicht einfach so … erstetzt.
Dennoch ist es ein Luxus, überhaupt Wahlmöglichkeiten zu haben. Das wird einem immer dann bewusst, wenn man den Blick mal über den Tellerrand richtet.
Nun denn, ich wünsche dir ein glückliches Händchen dabei, die wichtigen Entscheidungen zu treffen.
Hallo Viki:
*Seufz* Ich schau ja regelmässig hier vorbei um mich über dich auf dem Laufenden zu halten…(ein direktes Gespräch über Msn oder Telefon wär ja eigentlich auch wieder ganz nett…).
Freut mich gelesen zu haben dass du deine schriftlichen Abiprüfungen ohne Probleme überstanden hast. Das einzige Problem ist wohl, dass der Tag an dem du deine Entscheidung treffen solltest was du jetzt eigentlich studieren willst immer näher rückt…
Du weisst gar nicht wie sehr ich mich mit diesem Post identifiziere (Ok, auf der anderen Seite ist es auch nichts Neues dass wir viel gemeinsam haben…). Ich bin auch eher der Typ der Pro- und Kontralisten aufstellt um sogar unwichtige Dinge (rot? blau? oder doch lieber lila?) zu entscheiden. Auch aufs Münzewerfen muss ich oft zurückgreifen. Bei “wichtigeren” Entscheidungen wirds dann richtig schlimm. Ich muss mich immer wieder fragen was wäre wenn ich doch die andere Möglichkeit ausgewählt habe und plage mich mit sinnfreien Gewissensbissen ab irgendwie irgendwo doch falsch ausgewählt zu haben.
Leider kann ich dir also bei deiner Entscheidung gar nicht helfen. Dass deine Talente und Interessen eher im Geistes- und Gesellschaftswissenschaftlichen Bereich liegen ist schliesslich nichts Neues. Na, ja, bleibt mir also nur dir vom ganzen Herzen die Daumen zu drücken und zu hoffen dass wir zwei Chaotinnen es doch irgendwie auf die Reihe bekommen uns anständig zu entscheiden.
Lg
Juli
(P.S.: Ich weiss, sinnfreier Kommentar, aber ich wollte mich mal wieder bei dir melden und nicht immer nur stumm mitlesen)
eine entscheidung ist ein massenmord an möglichkeiten. und nachentscheidungsdissonanz ist was böses. ich kenne das - nur zu gut. aber das ärgerliche ist eben, dass man nicht alles haben kann im leben und mit pro und kontra versuchen muss, das für sich beste rauszuholen. wie man wirklich rundum zufriedenstellende entscheidungen treffen kann, bei themenbereichen die das leben beeinflussen, hab ich allerdings auch noch nicht herausgefunden!
herzliche grüße, paleica@wordpress
Hallo Ihr Lieben,
na, zum Glück scheint dieses Thema nicht gerade unbekannt zu sein…
@Frau Weitergelesen: Ja, mit solchen Büchern lässt sich wohl eine Menge Umsatz machen. Ich werde jedoch keines davon kaufen, denke ich. Diese Entscheidung fällt mir relativ leicht!
@Juli: Oh, an Deine Wahlschwierigkeiten erinnere ich mich auch noch allzu gut!
Und Deinen Kommentar finde ich alles andere als belanglos! Wir zwei Chaotinnen werden es schon irgendwie schaffen, denke ich…
@Paleica: Leider hat man nicht immer die Möglichkeit, in aller Ruhe, alle Konsequenzen mit einbeziehend, pro und kontra gegeneinander abzuwägen. Und wenn es dann eben was schneller gehen muss, ärger ich mich nachher doch meistens immer…
ja, das kenn ich gut. ist echt unerfreulich sowas /= ist dir das kürzlich passiert? bei einer wichtigen entscheidung, meine ich?
liebe grüße, paleica@wordpress