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Weibliche Sexualität - ein Rundumschlag Mai 12, 2008

Posted by Viktoria in Frau über Frauen, Sexualität.
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Vorhin wurde ich über einen Artikel der Mädchenmannschaftauf ein Interview mit der Sexualforscherin Dr. Beverly Whipple aufmerksam gemacht. Dieses ist auf der Internetseite der “Emotion” nachzulesen.

Möglicherweise ist es nichts wirklich weltbewegendes, dennoch erscheint es mir relevant zu sein, wenn es, wie hier nachzulesen offenbar doch ein großes Thema ist… auch wenn die Herangehensweise, die Dr. Whipple empfiehlt weitaus professioneller ist, als in der Bild thematisiert. Wen wundert’s?

Ich bin jedenfalls davon überzeugt, dass nicht in dem Maße, in der Offenheit über die weibliche Sexualität parliert wird, wies es eigentlich nötig wäre, um mit gewissen Mythifizierungen mal aufzuräumen. Alleine die Tatsache, dass G-Punkte verleugnet werden, weibliche Ejakulationen in einen Bereich, der dem der Einhörner und Zentauren in nichts nachsteht, geschoben werden, spricht schon für sich.

In diesem Zusammenhang, und um die Aufklärung voran zu treiben, möchte ich an dieser Stelle doch noch mal das Augenmerk auf eine 1976 von Share Hite durchgeführte Studie richten, welche sich mit dem Masturbationsverhalten von Frauen auseinander setzte. Von meinem Standpunkt aus sehr lesenswert, da Licht auf ein in der Gesellschaft weitestgehend ausgespartes, taburisiertes Thema gerichtet wird und es einfach beeindruckend ist, die Vielfalt an Vorlieben zu erlesen, die Frauen in diesem Zusammenhang doch haben. Gerade aufgrund dieser Vielfalt verdeutlicht die Studie, wie wichtig es ist, sich in einer geteilten sexuellen Beziehung, dem Partner mitzuteilen.

Auch für Männer kann es nicht schaden, da mal einen Blick drauf zu werfen. ;)

Kommentare»

1. Frederik - Mai 31, 2008

Daß die Sexualität von Frauen anders verläuft, das dürften inzwischen auch die meisten Männer wissen.
Und ich denke auch kaum, daß heute ein vernünftiger Mann zwischen weiblicher und männlicher Sexualität qualitätsmäßig einen Unterschied macht. Weibliche Sexualität ist mindestens gleichwertig mit männlicher und ganz einfach nur etwas anders.
Trotzdem ist es zwischen Mann und Frau immer schwierig, dieses Spannungsfeld richtig auszutarieren.
Sicher ist es wohl traditionell immer noch so, daß mehr die Männer die Richtung im Sex angeben und Frauen eher die passive Rolle spielen, aber es gibt auch immer mehr Frauen, welche vom Mann erwarten, daße er sich nach ihren Wünschen richtet und das finde ich gut so.
Nur haben aber leider sehr viele Frauen das ganz große Problem, daß sie genau wissen was sie nicht wollen, aber wenn man sie fragt, was sie dann eigentlich wollen, fällt ihnen dazu nichts ein.
Selbstbewußte Mädchen und Frauen bekennen sich zu ihrer Sexualität und sagen auch ganz offen was sie erwarten und dann kann sich ein Mann darauf einstellen oder auch ablehnen.
Und natürlich haben Frauen genauso ihre erotischen Phantasien wie Männer, aber um damit leben zu können, müßten Frauen und Mädchen erst einmal anfangen, ihre erotischen Phantasien zu akzeptieren.
Gerade der Hite-Report belegt doch zuu welch wunderschönen Phantasien Frauen fähig sind und da kann es sogar eine tiefe Befriedigung sein, als Mann Teil dieser Phantasien sein zu können, ohne daß man als Mann die Regie führt.
Mich interessieren und faszinieren die erotischen Phantasien der Frauen viel mehr als primäre Signale der Erotik, weil weibliche Phantasien fast immer von einer faszinierenden Vielfalt sind.
Und genau das kann eine Frau so attraktiv und intreressant machen.

2. Viktoria - Juni 1, 2008

Hi!

Ich denke in Bezug darauf gibt es noch viel zu viele Dinge, die geklärt werden müssen. Keine Sorge, ich habe in keinem Fall vor, den Männern, den Schwarzen Peter zu zu schieben. ;) Eher der Gesellschaft an sich, die noch voll ist, von überholten, antiquierten Normen und sich gleichzeitig in einer scheinbaren sexuellen Freiheit badet.

Masturbation wäre da so ein Thema… ich weiß noch, wie wir früher bei “Wahrheit oder Pflicht” in unserer kleinen Mädchenrunde uns schonmal gegenseitig gefrag haben, ob wir es machen, oder nicht und dann immer peinliches Schweigen eintrat. Gefolgt von einem höchst intimen Geständnis, welches garnicht so gern abgelegt wurde. Nein, irgendwie war Masturbation für uns ein äußerst schmutziges Thema. Wieso, weiß ich garnicht. Irgendwie war klar, dass man es nicht macht, und wenn ja, dann redet man in jedem Fall nicht drüber und lässt sich unter keinen Umständen dabei erwischen.

Diese Wahrnehmung werden sehr viele Frauen haben, weshalb über persönliche Vorlieben, wie in der Share Hite-Studie, wohl eher weniger gesprochen wird. Aus Scham, aus Schuldgefühl.

Gleichzeitig schaut man(n) sich Pornos an, welche - wie jeder weiß - eigentlich nicht repräsentativ sind, aber irgendwie doch für viele Männer sowas wie Maßstäbe sind, an denen man die eigene Potenz misst. Wie dem auch sei, dort stehen Frauen total auf das “rein-raus-Spiel” und finden in der Penetration die absolute Erfüllung. Eine Tatsache, welche zwar schonmal vorkommt, aber eher selten. Meistens ist die KLITORIS die große Protagonistin. Ich wundere mich sehr oft darüber, dass viele Kerle das irgendwie noch nicht geschnallt haben. Aber während in Pornos auf andere Dinge Wert gelegt wird, so ist auch die Sexualkunde in der Schule alles andere als lehrreich, es geht da ja hauptsächlich um die funktionalen Dinge und um das was passiert, wenn man nicht verhütet.

Wenn man dann als junger Bursche an ein Mädchen gerät, was sich schämt, weil es masturbiert, ist kein Grundstein für eine zwanglose Kommunikation in sexuellen Dingen gelegt. Die an sich ja schon nicht einfach ist. Es aber sein könnte.

Leider neigen Männer oft dazu, wohl in Anlehnung an die Pornos, ihr Können im Bett an der Ausdauer beim Koitus fest zu machen. Was in zweifacher Hinsicht frustrierend sein kann, wenn zum einen die Ausdauer nicht in einem Ausmaß, wie im Porno normal, gegeben ist, oder zum anderen die Frau, trotz atletischer Meisterleistung, keinen Orgasmus kriegt.

Die Parameter, in denn somit meist Sexualität gemessen wird, sind für hinten raus, könnte man schließen.

3. Frederik - Juni 1, 2008

Die Ausdauer und Heftigkeit beim Coitus ist wohl eines der unausrottbaren männlichen Vorurteile. Selbst alte Deppen glauben noch an diesen Unsinn, denn sonst wäre Viagra nicht so ein Verkaufsschlager.
Und der Witz ist, daß Durchhaltevermögen und Heftigkeit von den Frauen weder erwartet noch gewünscht wird.
Der uralte Witz daß der Mann mit der Kraft seiner Muskeln und mit Gewalt schafft, was sonst nicht geht.
Alles andere was Frauen erwarten, setzt viel mehr voraus, nämlich eingehen auf den anderen, seine Wünsche und Seelenlage erkunden und das erfordert Geduld und gerade keine Muskelkraft.
Zärtlichkeit und Einfühlungsvermögen können ganz schön anstrengend sein und mit Kraft und Gewalt geht rein gar nichts und darin liegt für mich schon die wesentliche Ursache für das grundlegende Mißverständnis zwischen Mann und Frau.
Und darum ist auch Viagra allenfalls für männliche Ego gut.
Ich brauche es ganz sicher nicht.